•Zu viel. Zu viel von Allem und zu wenig von Einem | Thoughtfull Thursday•

Hi.

die letzten Tage waren verrückt, der vergangene Monat chaotisch, verwirrend und doch unglaublich. Ich – normalerweise mit Terminplaner für die bevorstehenden Stunden – wollte, konnte nichts planen und war so viel unterwegs wie schon lange nicht mehr. Habe morgens um 7 das Haus verlassen, mich in den Bus gesetzt, zur Schule gefahren, nach Schulschluss Kaffeetrinken, Meerbesuche, arbeitete viel im Kino, war an den Wochenenden auf tollen Partys, brauchte Zeit allein für mich und nahm sie mir nicht, lachte viel und ausgiebig, doch weinte auch des Nachts, weil alles irgendwie zu viel war und schlief meist erst um 2 Uhr ein. Es war alles so schön, doch einfach zu viel. Jeden Abend, wenn die Bettdecke meine Beine streifte und der Orchideenduft, der im Zimmer verteilten, entzündeten Kerzen schwer und leicht zugleich im Raum hing, jeden Abend wünschte ich, ich hätte mehr als 24 Stunden, mehr Stunden zum lernen, mehr Stunden für Freunde und mehr Stunden für mich. Seit einigen Wochen sehne ich mich nach Tagen, die nicht endlich sind, weil ich es gerade nicht schaffe Prioritäten zu setzen. Weil alles so schön, doch einfach zu viel ist.

Und hier sitze ich. Einerseits befreiter als vor wenigen Tagen noch, doch um ehrlich zu sein, noch ebenso ratlos.

Was ich mich frage ist: „Wieso fällt es mir gerade so schwer Dinge zu Gewichten?“

Wenn ich ganz ehrlich mit mir bin, dann weil ich mich nicht einschränken will. Mich nicht einschränken kann. Und den zweiten Satz sollte ich streichen, weil wir immer können, weil wir entscheiden, auch wenn es einfach ist so zu tun, als würden uns Entscheidungen abgenommen werden.

Ich glaube die Entscheidung fällt mir so schwer, weil sich das Leben, die letzten Stunden so wundervoll, so lebendig anfühlten, auch trotz dieser Tage an denen alle Kraft fehlte.

Doch nun muss ich entscheiden. Es fühlt sich nicht mehr richtig an … und ich muss wieder anfangen Prioritäten zu setzen. Leider schmerzt es zu wissen, dass unter dem Priorisieren, dem Gewichten, immer etwas leidet, immer etwas schwindet.

XO Hannes

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Photo by KASNOW HAMBURG
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