•What it feels like to be gay | Mondaytalk•

Photo by @awesometechyt
Ein Artikel für Interessierte, aber auch für Jeden der sich vielleicht über seine eigene sexuelle Orientierung nicht ganz im Klaren ist.

Hi! Ich hoffe, dass es dir gut geht. Heute war leider ein sehr anstrengender Tag auf Schule bezogen, doch manchmal ist das so. Manchmal bekommt man schlechte Noten, Ergebnisse, die einen runterziehen. Manche zucken nicht mit einer Wimper und manche verzweifeln daran. Ich glaube bei mir ist es die Mischung aus Beidem. Wenn ich meine selbstgesteckten Ziele nicht erreiche bin ich erst getroffen, doch dann wird es besser. Ich finde mich dann damit ab oder gebe Alles.
Doch hier soll es nicht um die Schule oder etwaige Ziele gehen, heute möchte ich über das Thema „Schwulsein“ schreiben. 
————————————————————————————————————-

Um das Thema einzuleiten – ich stehe auf Männer und ich glaube das weiß auch so gut wie jeder meiner Mitmenschen. Geoutet habe ich mich nie, außer vielleicht vor meinen Verwandten (die es aber auch davor schon geahnt hatten), da ich es persönlich nie als wichtig erachtet habe und ich durch meine feminine Art auch dem Klischee entspreche. Doch was ich ganz wichtig zu nennen finde ist, dass du von der Art her wie sich jemand gibt, nicht auf die Sexualität einer Person schließen kannst. Wir haben viel zu oft dieses eine Bild von schwulen Männern im Kopf, die sich auftakeln, eine hohe Stimme haben, feminine Züge aufweisen. Und ja viele schwule Personen die ich bisher kennengelernt habe sind genauso, doch noch so viele mehr sind völlig anders. Ganz viele entsprechen unserem maskulinen Bild von „heterosexuellen“ Kerlen und ich wette mit dir, du würdest ihnen ihre Sexualität nicht ansehen. 

In Bayern habe ich erlebt, dass viele Jungen in dem Alter zwischen 13-19 ziemlich negativ auf dieses Thema reagiert haben. Täglich habe ich Sprüche gehört, Jungsgruppen haben mich nachgeäfft und Dinge wie „Schwuchtel“ hinter mir hergerufen. Wahnsinn, wenn ich an diese Zeit denke. Es war wirklich keine schöne Erfahrung, doch eine die mich zu der Person gemacht hat die ich jetzt bin. Je älter ich wurde, desto leiser wurden die Stimmen. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass ich einen sehr festen und starken Freundeskreis gehabt habe oder einfach älter wurde, doch im letzten Jahr in Bayern haben sich nur noch die ganz vorlauten getraut mich bezüglich dieses Themas zu beleidigen. Lübeck ist dazu kein Vergleich. Ich glaube in diesem ganzen einen Jahr gab es „nur“ drei Vorfälle, was in Bayern täglich unzählige Male der Fall war. Jedes Mal sind es Jungsgruppen (meist alkoholisiert) die erniedrigende Dinge schreien. Und es wäre gelogen wenn ich behaupte, dass mir das nicht wehgetan hat. Es hat wehgetan. Ich habe damals im Alter von 13-15 viel geweint. Doch ich habe so unglaubliche Menschen in meinem Leben kennenlernen dürfen. Ich habe wegen so wundervollen Dingen gelacht, habe bis jetzt schon so viele Erlebnisse in meinem Herzen (Gute sowie Schlechte), dass dies alle negativen Erfahrungen ins Tausendfache überwiegt. Ja seit Jahren schon bin ich wirklich sehr glücklich.
Glück. Wie jeder Mensch muss man sich finden und bei mir war der Höhepunkt genau in dieser Zeitspanne von 13-15 Jahren. In dieser Zeit habe ich mir – obwohl ich es schon immer tief in mir wusste – zum ersten Mal wirklich eingestanden, dass ich schwul bin. Dass ich eben keine Frauen liebe und später einen Mann heiraten werde. Ich lerne mich seit dieser Erkenntnis jeden Tag weiter kennen. Lerne neue Dinge über mich selbst. Und seit diesen 3 oder 4 Jahren in denen ich mich selbst akzeptiere, mich immer weiter kennenlerne und liebe. Seit diesen 3-4 Jahren bin ich mit mir im Reinen. Ich liebe mich und bin dankbar für vieles in meinem Leben.
Woher weiß ich, dass ich schwul/lesbisch/hetero bin?

Wie eben schon geschrieben, weiß man viele Dinge über sich schon, doch sie sind unterbewusst da und wir brauchen unsere Zeit. Müssen Dinge erleben. Die Pubertät ist eine sehr prägende Phase der Selbstfindung und genau in der Zeit wurde ich meiner Sexualität wirklich bewusst. 

Falls du dir nicht sicher bist, was du willst. Falls du dir nicht sicher bist ob du nun auf Frauen, Männer oder was auch immer stehst. Atme erstmal tief durch. Wir Menschen versuchen immer alles zu wissen. Wir müssen immer alles in ein Raster ordnen, doch die Selbstkenntnis benötigt Zeit. Und am Wichtigsten ist Innere Akzeptanz. Also anstatt dich verrückt zu machen darüber, auf welches Geschlecht du nun stehst, probiere es doch einfach aus. Gelassen. Mit der Einstellung, dass du dich liebst und akzeptierst. Hab doch mal mit einem Mann oder mal mit einer Frau Spaß auf einer Party und schau was dir besser gefällt. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Tipp nicht für jeden etwas ist. Doch es wäre ein Versuch falls du zweifeln solltest, mehr über dich herauszufinden. Und solange du dabei keine Beziehungen zerstörst, ist es auch kein Versuch der irgendwem wehtut *Zwinkersmiley


Falls du noch Fragen zu dem Thema hast, kannst du mir gerne eine E-mail verfassen oder auf Instagram schreiben. 

XOXO Hannes
Advertisements