•Was ist ein erfülltes Leben, wenn Perfektion eine Illusion ist? | Sundaythoughts•

Photo by@hannesridder 
Ein Artikel über die Frage nach einem erfüllten Leben.
Morgens, meist so gegen 6 stehen wir auf. Putzen die Zähne, machen die Haare, schminken oder rasieren uns. Wir bereiten uns vor, machen uns schön. Trinken beim Schuhe anziehen noch in aller Hast wenige Schlucke viel zu heißen Kaffee, nur um dann im Rennen den schon anfahrenden Bus zu erwischen. Erwischen wir ihn nicht, dann schimpfen wir. Falls wir doch ankommen, sind die Haare vom rennen zerstört. Der Tag nimmt seinen Lauf, wir lachen viel. An manchen, da weinen wir.
Wenn kein Tag perfekt ist, wenn Perfektion schlichtweg nicht existiert, was ist dann ein erfülltes Leben?
 Eine interessante Frage, die ich mir schon lange stelle. Das Perfektion reine Illusion ist, sollte den meisten von uns klar sein. Ein „erfülltes Leben“ assoziieren wir doch unterbewusst viel zu oft mit der Ponyhofvorstellung, dass alles gelingt, keine Träne des Schmerzes das Auge verlässt. Bekannte/Freunde von mir sind bei diesem Thema geteilter Meinung. Eine Freundin bemerkte vor kurzem, dass „Erfüllung im Leben“ für sie jetzt in ihrem Alter gute Noten, Partys mit Freunden, Reisen und Erfahrungen mit Jungs sei. Jemand anderes empfand Noten als eher unwichtig und preiste Reisen, Erfahrungen, sowie alles an, was dich weiterbringt, dich über deinen persönlichen, begrenzten Tellerrand blicken lässt. Wieder jemand anderes meinte: „Du hast ein erfülltes Leben gehabt, wenn du mehr gelacht als geweint hast.“ Das schönste was ich gehört habe, war der Satz: „Das Leben ist erfüllt, wenn du Erfüllung darin siehst.“ Ähnliche Aussagen gibt es zu Haufe auf sozialen Netzwerken, doch was steckt wirklich dahinter?
Wenn ich persönlich an ein erfülltes Leben denke, dann denke ich im ersten Moment auch an soziale sowie finanzielle Stabilität, viele Erfahrungen, viele Reisen, ein dickes Grinsen im Gesicht.
Doch ist das Erfüllung? Denn eins ist klar: Bei den meisten von uns werden nicht alle genannten Punkte eintreffen. 
Ich komme immer mehr zu dem Glauben, dass finanzielle Stabilität nicht unwichtig, doch vielleicht gerade mal 0,2 Prozent deines Glückes ausmacht und die wirkliche Erfüllung darin liegt, sich selbst zu verwirklichen.  Diese Selbstverwirklichung, das tatsächliche Gefühl des „gelebt haben“ entsteht wie ich denke durch menschliche Kontakte, eine stabile Beziehung und Erfahrungen/Eindrücke, die z.B. durch Reisen, aber auch z.B. beim Nachhauseweg nach der 7. Stunde gewonnen werden. Es ist ein Mix an Einflüssen, unabhängig welcher Art (positiv/negativ), die uns prägen, die uns verändern und wissen lassen, was wir wollen. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um einen Flug nach Dubai oder dem Besuch seiner Familie handelt. Es ist vielmehr das stetige aufnehmen, offen sein für Neues, Fremdes.
 Denn am Ende entsteht aus diesen Zutaten Glück. Und ich denke es versteht sich von selbst, dass immer eine Prise Dankbarkeit ihren Weg in unser Leben finden muss.
XOXO Hannes
PS: Wie denkst du darüber? Was ist Erfüllung, wenn Perfektion nicht existiert?
Advertisements