•Mein Blick auf Deutschland | saturdaythoughts•

Photo by @hannesridder
 Mein Blick auf Deutschland. Ein Land in dem gebildete, tolerante und freie Menschen leben.

Ich bin Deutscher. Doch Deutsch macht mich nicht mein Aussehen. Nicht meine Aussprache. Nicht die Art und Weise wie ich mit anderen umgehe. Deutsch macht mich im Grunde nur mein Pass. Dieses kleine Dokument, verbunden vielleicht gerade noch mit dem Wisch auf dem mein Geburtsort zu erkennen ist.
Wenn ich auf dieses Land blicke, blicke ich auf junge Menschen, die Träume haben, ihre Sexualität frei ausleben, bis in den Morgengrauen auf sind, Abitur oder eine solide Ausbildung absolvieren, lachen und offen für Andere sind. Blicke ich auf ältere Generationen, so sehe ich eben dieses Funkeln in ihren Augen, doch eines, dass anderen Zeiten entsprach und wo auch sie der Dekade entsprechend Offenheit, Freiheit verlangten.

Eine lange lange Zeit – ich glaube sogar bis vor wenigen Monaten noch – sah ich dieses eine Bild von diesem so facettenreichen Land. Nur die, die offen waren. Nur die, die lachten. Nur die, die Freiheit verlangten. Leider und auch nicht grundlos muss ich sagen, gibt es viele die neidisch/wütend sind auf besser Verdienende mit schicken Häusern, gefrustet von gelähmter Politik und erschüttert darin, dass auch in so einem fortschrittlichen Land wie diesem soziale Ungleichheiten herrschen. Und ich denke es ist falsch wenn man leugnet, dass die Schere zwischen Arm und Reich größer wird. Und dass Kinder mit Migrationshintergrund in vielen Fällen benachteiligt werden. Und dass es noch immer einen Ost/Westunterschied im Bezug auf Arbeitsplatz, Lohn, etc. gibt.

All dies und noch so viel mehr sind die dunklen Seiten des Landes, in dem ich zur Schule gehe, einkaufe, bald jobbe und vielleicht später einmal mit meinem zukünftigen Mann eine Familie gründen werde.

Und momentan beobachte ich. Muss ich voller Erschrecken Menschen erblicken, die die Vergangenheit dieses Landes wohl vergessen haben. Die zwar noch wissen wer Adolf Hitler war, doch nicht mehr wofür er stand. Die nicht selbst Parallelen in dem sehen, wofür sie selber stehen. Nationalismus. Und nein, nicht in Deutschland allein findet sich dieses Phänomen, doch sollten wir es nicht besser wissen? Trennen uns nicht gerade mal 3 Generationen von den Gräueltaten, die unsere, deine und auch meine Großeltern miterlebt und an denen deren Eltern sehr wahrscheinlich beteiligt waren? Ist es nicht unsere Aufgabe, als Bürger eines Landes mit solch einer Vergangenheit unsere Stimmen zu erheben und „Nein“ zu sagen. Nein zu Nationalismus. Nein zu Antisemitismus. Nein zu jeglicher Form von Rassismus, denn das ist es was ich mit Blick auf unsere Vergangenheit und bis jetzt feststelle. Ich sehe mit Tränen in den Augen, wie sich Neid, Wut, Frust und Erschütterung gegen einzelne Gruppen, Minderheiten richtet.

Liebe Politiker und Wähler der NPD, AFD oder sonst einer Partei, die ihre Finger willkürlich auf populistische Art und Weise auf Menschen richten. Zu euch sage ich NEIN! Ich werde nicht rechts wählen und für mich ist die AFD keine Partei der Mitte, es ist eine des Randes. Zwar bin ich erst 18en, doch ich weiß in welchem Land ich leben möchte. Ich bin Deutscher und das ist mein Blick auf dieses Land. Möge es noch lange eines sein, auf das ich auch blicken möchte.

Photo by @hannesridder

Photo by @hannesridder

Advertisements