•Morgengrauen | Poetrysunday•

Heute eine kleine Schilderung eines Sommermorgens, der sich vor wenigen Tagen abgespielt hat. 

Wir sollten im Deutschunterricht eine Schilderung verfassen und ich hatte diesen imposanten Eindruck des Atlantiks noch vor meinen Augen, der auf den Bildern leider nicht ersichtlich wird.
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Es ist die mein Frösteln fordernde Gischt, die die Spitzen meiner Zehen berührt. Ein Schaudern hervorruft. Es sind die letzten weißen Schaumtänzer, die nur mit Müh den goldgefärbten Sand erreichen, Blasen formen und zergehen. Einsinken. Tiefer als dass einer von Ihnen es je vermögen würde, sich aus diesem Gefängnis aus hellem Kies und zerriebenen Muschelschalen zu befreien.
Hervorzubrechen.
Da. Ein regen am Horizont. Noch verdecken die tiefschwarzen Wogen der See, die nur im entferntesten Blau erahnen lassen. Noch verdecken sie diesen verheißungsvollen Anblick, der keinem Grauen gleicht, doch den selben Namen trägt. Aus Schwarz wird ein tiefes Violett und ein azurfarbenes Blau, durchtränkt mit gelben Linien, die Fäden gleich die Wasseroberfläche benetzen.  Es ist das Morgengrauen, welches die grausige Nacht vertreibt. Leben freisetzt.
Und so tauchen die Fischer ihre Netze in die azurblaue See, die noch wenige Sekunden zuvor tiefem Schwarz entsprachen.
-H.R.
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