•Bin ich fake? | Poetrysunday•

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Heute kommt ein 2er Poetryslam online, da der erste nicht nur mir beim schreiben Spaß bereitet, sondern auch gut angekommen ist.
Guten Morgen,
vor einigen Tagen hatte ich auf Snapchat und in meinem Freundeskreis nach Stichworten für einen Slam gefragt. Die Worte spiegeln dabei nicht meine ausformulierten Gedanken zu Themen wieder, sondern es kann sich auch schlicht um Verbindungen einzelner Wörter handeln.
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Vorgeschlagene Worte: „Realität“ „Socialmedia“ „Likes“
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Socialmedia. 
Facebook, Twitter, co. 
In meinem Alter lassen sich nur wenige finden, die ganz darauf verzichten. 
Unsichtbar sind. 
Die kein Interesse an Aufmerksamkeit haben. Die Schatten bleiben und dem Mainstream versagen. 
Nicht jeder, der sich auf Instagram zeigt, ist fake. Und nicht jeder, der sich dem versagt, ist echt. 
Man zeigt sich im besten Licht. Hält Selfiestab gen Himmel. Malt Sterne an Wände und erschafft mit nur einer App: Ein 2es ich. Ein 2es Du. Das Leben einer Person, die du sein könntest. Nur besser. Schöner. Perfekter. 
Perfekt. 
Es ist ein Auf und Ab – Ein Für und Wider.
Beim scrollen durch Profile – auch mein eigenes lasse ich nicht aus. Ich frage mich. Wer ist das, den ich sehe. Beste Freunde aus Kindertagen – frage ich: 
Wer bist du? Kenne ich dich? Seit wann ist diese Haut so rein? Mit Facetune kein Ding – Doch wo ist der Sinn darin? Denn was bringt dir all das imponieren, wenn du in echt ein anderer bist. 
Ein Mann/eine Frau schreibt dich an. Komplimente, über Komplimente. Will sich mit dir treffen. Der Chat läuft gut, doch das Date geht schief. Deine Bilder sind klasse, doch die Realität eine andere. 
Vielleicht bist du schöner in echt . . . doch vielleicht auch nicht. 
Möglicherweise bist du witziger im Café, als im Chat. Doch gut sein kann es auch, dass die Seite mit den witzigsten Geschichten fehlt, das Lachen ausbleibt. Die Lachsmileys fehlen. Die Anonymität, hinter der wir uns zu gerne verbergen, bleibt aus. 
Schattenseiten über überschatten Schattenseiten. Was wie „Fischers Fritze fischt frische Fische klingt“ ist ernst zu nehmen, sollte nicht außer Acht gelassen werden, beim Umgang mit besagten Programmen.
 Doch wo Dunkel ist, ist auch Licht.
Denn ich bekenne mich zu Programmen wie diesen. Zeige mich, doch nicht mit der Absicht des Fakeseins – des Echtseins.
Es gibt Tage da fällt es mir schwer. Kann auch nur 1% meines Lebens zeigen – doch dieser 1% wird bei dir in Erinnerung bleiben. 
Du wirst mich mögen oder nicht. 
Verteufeln oder lieben. 
Doch eigentlich, eigentlich kennst du mich nicht. 
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Photo by @hannesridder
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Ich mag es mit Worten zu spielen. Heute ist es mir wie ich finde, nicht ganz gelungen. Auch wenn ich sehr negativ gerade über „Sozialmedia“ geredet habe, ist es eine Plattform, die sehr viel Positives mit sich bringt. Wir sollten nur hin und wieder uns selbst überprüfen. Überlegen, wen wir mit diesem 1en Prozent darstellen. Ich bemühe mich, mich so echt und transparent wie möglich zu geben, doch vollends gelingen wird es mir wohl nie! 
Am Ende des Tages, zählen die Menschen, die du in den Abendstunden anrufst, die mit dir Nächte – begleitet von Musik – an Seen verbringen. Am Ende des Tages zählst du mein Freund. Ja „Likes“ sind sicher schön und ich freue mich auch über sie, doch sie sind nicht alles und sagen im Grunde nichts (und wenn nur 1%) über die Person aus, deren Profil du dir gerade ansiehst.
XOXO Hannes

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